anonym – Buchrezension

CHRISTOPH GEISER

Was passiert wenn Ursula Poznanski und Arno Strobel gemeinsam einen Thriller schreiben? Ganz einfach: eine wahnsinnig packende Geschichte. “anonym” ist bereits das zweite Buch aus der gemeinsamen Feder von Poznanski und Strobel. Diesmal geht es um Nina und Daniel, zwei Polizisten in Hamburg, auf der Suche nach einem Mörder. Interessant dabei: der Mörder nominiert aufgrund von Vorschlägen aus dem Netz 4 Menschen, die laut den Leuten den Tod verdient haben. Das Netz votet, der Gewinner stirbt.

Mit dieser Prämisse bieten Poznanski und Strobel die perfekte Vorlage für einen hochspannenden Hight-Tech-Thriller. Wer die Autoren kennt, weiss aber, dass die Menschen und das Umfeld mindestens genauso wichtig sind wie der Fall. So ist es nicht verwunderlich, dass sich sehr viel auch um die Persönlichkeiten von Nina und Daniel drehen. Nina, die Polizistin die Unkonformität liebt und gerne mal aus dem Affekt handelt und Risiken eingeht. Daniel hingegen ist bedacht und vorsichtig. Ein Team, bei dem Schwierigkeiten vorprogrammiert sind.

Interessant ist, dass das Buch nach jedem Kapitel die Perspektive wechselt. Einmal wird aus Ninas Perspektive erzählt (mit einem Ich-Erzähler), dann wieder aus Daniels Sicht. Dabei merkt man auch den Unterschied des Schreibstils der beiden Autoren. Man erkennt Poznanski und auch Strobel recht gut wieder.

Insgesamt ist “anonym” ein sehr guter Thriller der beiden Autoren. Die Story nimmt sehr schnell an Fahrt auf, schwächt sich in der Mitte ab – konzentriert sich dabei auf die Menschen hinter dem Fall – und mündet in einem wahnsinnig spannenden und temporeichen Finale, dass man nicht wirklich vorhersehen kann. Naja, man hat es mal im Hinternkopf, aber so wirklich…. neee 😉

Also: unbedingt lesen.
Wertung: 9/10