Okay, ich gebe zu, im Laufe der letzten Jahre hat das mit dem Lesen massiv nachgelassen. Vielleicht lag es einfach daran, dass mir vor lauter Arbeit die Lust dazu teilweise verging. Auf jeden Fall, habe ich mir vorgenommen, meinen BPY (Books per year) wieder zu steigern. Hab also jetzt endlich – Freundin wird das wohl auch so sehen – endlich meine zig angefangenen Bücher fertig zu lesen. Und noch ein paar neue reinzuschieben (um sie im gleichen Zug zu beenden).

Und vom fertig gelesenen gibts auch gleich den einen oder anderen Tipp:

Krimi: “Sechseläuten” von Michael Theurillat
Ein Schweizer Krimi, der mich beim Lesen so schön an mein Heimatland erinnert hat. Eine interessante Geschichte, mit interessanten Charaktern.  Zwischendurch war ich an Dürrenmatt erinnert, nur um kurz danach festzustellen, dass es eben doch nicht Dürrenmatt, sondern Theurillat ist. Eine Mischung aus gutbürgerlichem Krimi gemischt mit internationalen Thriller-Elementen. Immer aktuelle Schweizer Themen (Verdingkinder, Jenische), gepaart mit kaltem Grossverein (Fifa). Und ein Ende, über das man sich nicht wirklich freut und doch irgendwie zufrieden ist. Wie ein bisschen Richter und sein Henker – aber eben nur ein kleines bisschen.
Wertung: 7,5/10

Thriller: “Zero” von Marc Elsberg
Wer Elsbergs “Blackout” gelesen hat, kann sich leicht vorstellen, was Elsberg aus dem Thema “Big Data”, besser bekannt als “Datenkraken”, gemischt mit elektronischen Helferlein (Smartwatches, Holo-Brillen, Fitness-Trackern) so machen kann. Und genau das macht er – und zwar mit einer Sicherheit, dass man ziemlich ins Nachdenken kommt. Noch mehr als bei Dave Eggers “The Circle”. Was passiert mit unseren Daten und was wissen Unternehmen wie Google und Facebook wirklich über uns. Ist es uns wirklich unwichtig, ob jemand weiss, was wir gerade eingekauft haben? Ich meine, es ist ja nur dafür, uns personalisiertere Werbung anzuzeigen. Wirklich? Wenn man bedenkt, dass aufgrund der unglaublichen Datenmengen mit ganz banalen Dingen wie Einkaufsdaten auf Dinge geschlossen werden kann, die wir eigentlich niemandem anvertrauen wollen. Oder der Tatsache, dass wir uns von digitalen Helferlein sehr leicht beeinflussen lassen. Wie weit darf und kann so etwas gehen?
Marc Elsberg geht konkret auf das Thema ein, lässt nichts aus und führt uns in seinem neunen Buch “Zero” die Problematik von Big Data vor Augen. Natürlich nicht, ohne auch die Vorteile zu beleuchten. Und vor allem uns am Schluss bemerken zu lassen, dass wir dem Datensammeln nicht entgehen können. Prädikat: sehr lesenswert.
Wertung: 9/10.

Krimi-Komik-Klamauk: “Ein Wispern unter Baker Street” von Ben Aaronovitch
Aaronovitch kennt man. Unter anderem als Autor von etlichen Dr. Who Folgen. Und wer den Doktor kennt, der weiss, in welche Richtung ein Buch von Herrn Aaronovitch gehen könnte. Und das geht es auch: ein Krimi mit etwas Zauberei – wie Harry Potter, nur erwachsener und nicht ganz so Fantasy-lastig – und eine gute Portion Humor. Okay, unterm Strich die die Story teils etwas sehr an den Haaren herbeigezogen und hat führt quasi von einem Ort zum Nächsten, ohne den Leser so wirklich ins Grübeln zu bringen (immerhin ist es ein Krimi und es gibt Tote). Aber immerhin grinst man regelmässig. Das passt. Unterm Strich würde ich jetzt kein weiteres Buch der Reihe lesen, aber soschlecht war die Unterhaltung unterm Strich auch nicht.
Wertung: 6,5/10

Und gerade habe ich mir “Harold” wieder aus dem Bücherregal geschnappt. Vor Jahren gekauft, aber leider noch nicht gelesen. Ich frage mich inzwischen warum. Weil Harold fängt einfach schon wunderherrlich und humorvoll an. Toll geschrieben und so schön unkorrekt. Und britisch. Nachher gleich noch ein Kapitel lesen.

Und dann wartet da auch noch weiterhin die zweite Hälfte von Schätzings “Limit” auf mich. Auch schon ewig dran – weiss gar nicht mehr genau, wo ich feststecke. Das wird lustig.
Und das Neue von Ursula Poznanski steht auch noch im Regal. Und zu guter Letzt spare ich mir derzeit auch noch “S.” von Doug Dorst und J.J. Abrams auf. Das Kleinod der Bücher überhaupt 😀

Ihr seht, ich hab noch bisschen was vor 🙂