Liebe SNB,

ich kann die Aufhebung des Euro-Mindestkurs in gewisser Weise nachvollziehen. Wenn ich noch in der Schweiz wohnen würde, wäre ich sogar begeistert – dann würde ich nämlich vielleicht jetzt auch kurz nach Konstanz jetten und mich dort mit günstigen Produkten eindecken und die gleich nochmal 20% günstiger bekommen. Ich meine, das ist ja echt toll und so. Nicht so für die Schweizer Wirtschaft. Und nicht so für mich als Auswanderer.

Liebe SNB, ich bin für über einem Jahr nach Deutschland gezogen. Offen waren allerdings noch die Steuern. Wie Sie bestimmt wissen, sind Lohnniveau und die Lebenshaltungskosten tiefer als in der Schweiz. Auch wenn ich einen guten Job habe und entsprechend gut leben kann, so ist doch die Rückzahlung der Steuern für mich jetzt etliches schwieriger als in der Schweiz. Ich habe mit meinem Heimatkanton entsprechend eine Abzahlungsvereinbarung gemacht. Monatlich geht ein Betrag raus und ab ins Steuersäckel. Meistens war es bislang sogar mehr als abgemacht (ich rechne ja immer mit einer gewissen Sicherheit), da ich immer den abgemachten Betrag in Euro bereitlegte und somit in CHF. mehr rauskam. Nun muss ich das leider ändern: Meine Euros sind nun nicht mal mehr genauso viele Schweizer Franken wert – es ist sogar leicht weniger. Ich muss jetzt also erstmal eine neue Vereinbarung treffen, bis ich die Steuern abbezahlt habe dauert es nun rund 3 Monate länger und ich muss wohl den Gürtel doch leicht enger schnallen.

Liebe SNB, im Namen der Auswanderer, die immer noch mit der Schweiz zu tun haben: schauen Sie doch bitte, dass der Euro gegenüber dem Franken wieder etwas an Fahrt gewinnt. Dann kann ich auch meine Steuern schneller in die Schweiz abführen.

Hochachtungsvoll,
ein Schweizer Bürger im Ausland