Heute muss ich mal ein paar Worte zum Thema Glück loswerden.
Ich frage mich in letzter Zeit immer mal wieder: bin ich glücklich? Hab ich Glück? Läuft mein Leben gut?
Und meine Antwort lautet immer wieder auf alle Fragen: ja!

Ich meine: ich hab ne geniale Freundin, ich habe einen tollen Job, genug Geld zum Leben, Essen und Trinken im Überfluss, ein Dach über dem Kopf und ein Bett. Damit gehöre ich –  gemäß Studien – zu den “reichsten” 25% der Weltbevölkerung. Und die meisten Menschen in Westeuropa werden zu diesen 25% gehören. Damit haben wir es eigentlich unglaublich gut oder? Wenn ich mir überlege, wie Menschen auf der Welt um ihr überleben kämpfen müssen (sei es aus Hungersnöten, aufgrund von Kriegen, etc.), dann wundere ich mich darüber, wie ich mich teilweise unzufrieden fühle.

Schon nur zum Beispiel wenn es ums Thema Gehalt geht. Ich kämpfe in einer Führungsrolle für meine Mitarbeiter (sofern ich ihrer Meinung bin), auch in Gehaltsfragen. Oft ist das Ziel der Mitarbeiter im Jahresgespräch, mehr Gehalt für das kommende Jahr zu bekommen. Oft mit dem Argument: “ich bin unzufrieden…” Da stossen die Jungs bei mir aber erstmal auf Stein. Das Argument zählt nicht. Andere Argumente schon ;). Und auch ich muss bei meinem Chef um mein Gehalt kämpfen. Unterm Strich ist das Thema dann zu meiner Zufriedenheit ausgegangen (Danke Chef :)), aber auch hier stelle ich mir die Frage: warum bin ich manchmal nicht zufrieden mit dem was ich habe? Vielleicht, weil ich mich mit anderen vergleiche?

Ganz ehrlich: wer tut das nicht. Sich vergleichen ist heute total in – Gehaltsvergleiche online, Vergleiche in sozialen Medien (Facebook, Twitter, Xing): wie viele Follower habe ich, was hat der andere für Follower, wie viele Promis folgen mir… Alles dreht sich um Zahlen, die man auswerten und somit vergleichen kann.
Aber genau da liegt der Hund begraben: wenn man sich ständig vergleicht, wird man doch nie glücklich. Denn es gibt immer eine Person, die gefühlt besser gestellt ist als man selbst ist. Kurzum: ich bekomme mehr und schon suche ich einen neuen Vergleich, bei dem ich sehr schnell wieder unglücklich werde. Ein Teufelskreis.

Warum also nicht mal hergehen, einen Kassensturz von sich selbst machen und schauen, wie man für sich selbst dasteht, ohne andere Personen mit in den Kassensturz zu ziehen. Habe ich ein Haus über dem Kopf? Habe ich genug zu Essen? Reicht mein Geld für mein Leben? Wie sind meine Beziehungen zu anderen Menschen? Und enn man mal mit einem Punkt nicht zufrieden ist, stellt sich die nächste Frage: “brauche ich das wirklich zum Glücklichsein?”
Wenn man sich diese Gedanken mal ganz konkret macht, stellt man plötzlich fest: wow, hab ich es gut! Ich habe keinen echten Grund zur Klage.

Ich muss aber noch relativieren: mit Scheuklappen durch die Welt laufen ist aber auch keine gute Idee. Denn ein Mensch braucht ja Ziele, die er erreichen möchte. Selbstverständlich muss man dafür auch schauen, was andere tun und wie die Welt so läuft. Man muss also den Punkt finden, dass ein Ziel finden und erreichen nicht zum Vergleichen wird. Und das ist meines Erachtens die Kunst.

Und das Zweite – einhergehend mit dem, was ich zu Beginn geschrieben habe – mal einfach über den Tellerrand rausschauen und sich nicht mit Einzelnen vergleichen, sondern mal mit der Welt. Denn dann stellt man sofort fest, dass wir uns wirklich glücklich und zufrieden schätzen dürfen mit dem was wir haben und mit dem was wir Tag für Tag bekommen. Gehalt inklusive 😉